Sandmandala des Mitgefühls

Tibetische Mönche aus der Klosteruniversität Sera Je streuen ein Mitgefühlbuddha-Mandala

Im August 2023 besuchten fünf tibetische Mönche aus Indien unser Zentrum, um in tagelanger, hochkonzentrierter Arbeit ein Mandala aus feinsten gefärbten Sandkörnern zu streuen. Der meditative Entstehungsprozess, der täglich von Besuchern mitverfolgt werden konnte, war von buddhistischen Gebeten begleitet und ermöglichte den Anwesenden ein Eintauchen in die spirituelle Tiefe des tibetischen Buddhismus. Das dem Buddha des Mitgefühls geweihte Sandmandala wurde nach Fertigstellung auf rituelle Weise aufgelöst und dem Flusslauf der Mulde übergeben.

 

Das heilige Mandala

„Ein Mandala ist der Aufenthaltsort eines Buddhas. Von seiner Beschaffenheit her ist dieser Ort noch viel prächtiger als der Palast eines Königs. Durch eine Einweihung, zum Beispiel in den Buddha der Weisheit, Manjushri, erhält man die Erlaubnis über das Mandala Manjushris zu meditieren. Wenn man regelmäßig, kontinuierlich und intensiv über das Mandala meditiert, entsteht eine immer stärker werdende Gewohnheit, es in allen Details deutlich im eigenen Geist erkennen zu können, bis einem der Palast und der Buddha so real erscheinen, als würde man sie mit eigenen Augen sehen.“

„Das Betrachten eines Mandalas beseitigt negative Eindrücke im Geist und schafft gleichzeitig positive. Auch diejenigen, die ein Mandala herstellen, sammeln viele heilsame Verdienste, das heißt, gutes Karma an.
In jedem Mandala kommen die Farben der Fünf Buddhafamilien vor. Rot zum Beispiel ist die Farbe des Buddha Amitabha. Sieht man dieses Rot im Mandala, fühlt man sich möglicherweise inspiriert, die Praxis des Buddha Amitabha durchzuführen. Meditiert man über diesen Buddha intensiv und lange Zeit, gelangt man dadurch später in sein Reines Land.“

Khen Rinpoche Geshe Pema Samten

Fotos: Daniel Richter